Führungskräfte können mit ihrem Verhalten die Gesundheit von Mitarbeitern wesentlich beeinflussen. Denn schlechte Führung kann buchstäblich krank machen – gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Zumindest aber beeinträchtigt schlechtes Führungsverhalten die Leistungsfähigkeit und Effektivität von Mitarbeitern. Und das können sich langfristig nur ganz wenige Unternehmen leisten.
Wir brauchen Führungskräfte und Manager, die auf die Gesundheit und damit auch auf die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter besonders acht geben. „Das können wir uns nicht leisten“, sagen die einen. „Ein bisschen gesunder Druck hat noch niemandem geschadet“, denken die anderen.
Falsch!
Denn was es heißt, in diesen Zeiten schlecht und mit Druck zu führen, soll durch folgende vereinfachende Grafik illustriert werden:

Eine gesundheitsfördernde Führung können Sie sich nicht leisten? Umgekehrt! Sie können es sich nicht mehr leisten, NICHT gesundheitsfördernd zu führen.
Was aber kann gesundheitsfördernde Führung nach dem GEIKO® Prinzip bedeuten?
1) Führungskräfte müssen zuerst auf ihre eigene Gesundheit achten. Bewusste Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausgleichende Aktivitäten mit der Familie und Freunden. Klassische Work-Life-Balance eben.
2) Gesundheitsfördernde Führung heißt in erster Linie transparent, offen und vertrauensvoll zu kommunizieren. Denn gerade schwerwiegende Entscheidungen wie Personalreduktionen oder sonstige Einsparungsmaßnahmen gilt es ausreichend zu kommunizieren. Denn schlechte Kommunikation vergiftet das Betriebsklima und das macht Menschen krank – im wahrsten Sinne des Wortes.
3) Fahren Sie als Führungskraft Ihre „inneren Antennen“ aus und achten Sie darauf, dass sich besonders Ihre stark belasteten Schlüsselkräfte nicht übernehmen. Denn gerade jetzt ist die Gesundheit Ihrer engagiertesten und wertvollsten Mitarbeiter gefährdet. Burn-Out und andere Überlastungssymptome sind gerade hier wahrscheinlich.
4) Versuchen Sie, „sinn-gekoppelt“ zu führen! Erklären Sie immer wieder den Sinn hinter den Zielen, Strategien und Entscheidungen, die vom Management vorgegeben werden. Denn wenn Dinge für Menschen „Sinn machen“, fällt ein wesentlicher Stressfaktor weg.
5) Schaffen Sie gesundheitsfördernde Angebote und Rahmenbedingungen im Unternehmen. Dazu können sowohl vermeintlich „triviale“ Maßnahmen gehören wie kostenloses Obst oder Wasserstationen aber auch Seminarangebote zum Thema Gesundheit.
In Anlehnung an Motivationsexperte Dr. Sprenger könnte es aber auch heißen: „Es geht nicht darum, Mitarbeiter gesund zu machen. Es geht vielmehr darum, sie nicht krank zu machen!“
Dieser Artikel ist im Mai 2009 in der „Wirtschaftszeit“ erschienen. Hier können Sie ihn als PDF herunter laden:
